Montag, 30. Januar 2012

Ende gut, (fast) alles gut!

Juhu, geschafft – das Halbjahr wurde mit dem krönenden Akt der Zeugnisübergabe feierlich beendet.
Bleibt der Rückblick auf 6 anstrengende Monate, die geprägt waren von kleineren und größeren Totalausfällen, ermüdenden Durststrecken sowohl auf Seiten der Lehrer, als auch der Schüler, einiger verlorener Seelen, die unbekannt verzogen sind oder von der Schule gegangen wurden und der einen oder anderen kuriosen Situation.

Besonders nach dem Formular-Krieg der letzten Wochen, in dessen Verlauf ich mir manchmal 4 Hände, einen größeren Arbeitsspeicher in meinem Hirn und weniger Schlafbedürfnis gewünscht hätte, um all die Zeugnisse, Berufsschulanmeldebögen und Lernhilfeüberprüfungszettel auszufüllen, war es dann schließlich geschafft: die Schüler mit ihren Giftzetteln entlassen, dahin wo der Pfeffer wächst, den Lehrkörper (jetzt eher Leerkörper) ein (vorerst) letztes Mal bis zum nächsten Sitzmöbel im Lehrerzimmer geschleppt und kräftig aufgeatmet.

Den erschöpften und erleichterten Gesichtern meiner Kollegen entnehme ich, dass es ihnen auch nicht anders geht.
Und dann schreiten wir zum gemütlichen Teil des Vormittags:
Die Schulleitung findet ein paar wertschätzende Worte für die Kollegen die so toll durchgehalten haben und ein paar aufmunternde für die, die unsere Schule verlassen werden, um anderswo weiterzumachen.
Jungmütter, wie Fr. Joke, die sich noch in Elternzeit befinden, schauen kurz rein, überzeugen sich, dass es immer noch so zugeht, wie vor einem Jahr und verlassen das Etablissement sogleich wieder – froh, dass noch 2 Monate Elternzeit auf sie warten,
Kollegen wie Herr Brandt, Herr Fan, Herr Tulpe und Herr Pingpong genehmigen sich zur Feier des Tages eine besonders ausgiebige Raucherpause,
Frau Zellphonitzky teilt allen Leuten aus ihrem Telefonbuch mit, dass das Halbjahr vorbei ist,
Frau Kandinsky realisiert auch, dass es geschafft ist und beginnt sich auf den abendlichen Theaterbesuch zu freuen,
Frau Großstädter und Frau Torf verbannen die Schulsachen in die Ecke und tauschen sie gegen besonders flauschige Sauna-Handtücher ein,
Herr Stempel beißt lächelnd in sein aufgeklapptes Käsebrot,
Herr Bromseklöten führt das letzte Telefonat,
Herr Mei trägt sich noch schnell in die AG-Liste ein,
Frau Koche sucht ein verlorengegangenes Backblech aus der Schulküche,
Frau Bob freut sich schon auf ihren neuen Klassenraum,
Herr Wald-Orff verkündet, dass er in den freien Tagen das Amazonasgebiet aufforsten möchte,
Frau Gehrdinger kann es kaum erwarten, mit ihrem Hund spazieren zu gehen,
Frau Fee bittet nochmal darum, ihr die Stundenplanänderungen mitzuteilen,
Frau Ogg und Frau Arbeit strahlen sich glücklich an,
Herr Wackernagel, der Hausmeister, lässt ausrichten, dass er im zweiten Halbjahr erstmal zur Kur fahren wird,
Frau Seltsam wird vermisst,
Herr Schwarz klopft Herrn Gläubig anerkennend auf die Schulter,
Frau Mavinski betrachtet selbstzufrieden ihr nun endlich vollbrachtes und vollendetes Stundenplanwerk und
Frau Schrammetal und Herr Zausel, die das Kollegium verlassen, spendieren noch ne große Portion Essbares. Was es ist – keine Ahnung, Hauptsache Kalorien, und davon viel.

Und dann ist das Halbjahr offiziell beendet.

Pünktlich um 14 Uhr stehen Herr Hobelspan und Herr Winzig mit ihren Wohnmobilen auf dem Darß und trinken auf ihre Freundschaft! Wie gut, dass Herr Hobelspan nicht ahnt, dass Herr Winzig ihm 3 Tage vorher noch ganz uneigennützig die schlimmste Klasse der Schule unterjubeln wollte.
Wer weiß – vielleicht erfährt er es im zweiten Halbjahr.
Aufjeden Fall bleibt´s spannend!

1 Kommentar:

  1. Ein Beitrag wie ein Gemälde, Frau Samstag!
    Man könnte ja meinen, alle wollen schnell nach Hause - aber es ist so enorm schwierig, sich aus diesen "noch ein bisschen gesellig beisammen sitzen"-Situationen zu lösen! Zu Beginn jeder Ferien ist es das gleiche! Wenn das Essen reichen würde, würde mancher sicherlich die ganzen Ferien an seinem Platz hocken bleiben. Und vom Lehrer-PC aus würde Herr Wald-Orff alle 10 Minuten laut ausrufen, was gerade im Blickfeld der Webcam von Abisko Fjällstation, Lappland, Schweden, passiert - weshalb man auch gar nicht verreisen bräuchte!

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.