Heute war einer dieser Tage, an dem sich einfach alles in Wohlgefallen auflöst:
Die zweite Hauptdarstellerin soll ausnahmsweise morgens abgeholt werden, damit sie nicht wieder verschläft. Sie steht im Schlafanzug an der Tür und wimmert: „Ich kann heute nicht zur Schule kommen, ich fühle einen undefinierbaren Ausschlag!“ Ich werde kurz blass und sehe die Aufführung scheitern, doch dann kommt eine nette Erzieherin zur Hilfe und gemeinsam wird Tanjas Körper unter die Lupe genommen und einstimmig festgestellt: Kein Ausschlag zu finden. Tanja wird ins Auto verfrachtet und ab geht’s zur Schule.Unterwegs kommentiert sie Fr. Samstags Karre mit den Worten: "Mensch, cooler Wagen - da kommt richtig Sommerfeeling auf!" Ich könnte Tanja knutschen - so etwas hat noch keiner zu meiner alten Rostlaube gesagt!
Auch in der Schule geht’s wie geschmiert weiter. Fr. Seltsam hat an die 20 Kilo Requisiten gedacht, die sie für heute noch mitbringen wollte. Das Attrappen-Organ wartet auch glücklich und rund im Kühlschrank auf seinen Einsatz und Fr. Mahlzahn bietet überraschend ihre Hilfe für „hinter den Kulissen“ an.
Heute ist auch Carmen gut drauf: Ihre Lieblingsfußballmannschaft Hannover hat nämlich gestern Abend gegen 96 gewonnen, wie sie berichtet. Na dann! Sie ist happy. Außerdem kneift ihre Unterhose heute nicht. Sie hat nämlich gar keine an: „Uuups, Fr. Samstag, ich habe meinen Schlüppi in der Einrichtung vergessen!“. Macht nichts. Zwei rosa Strumpfhosen übereinander tuns da zur Not auch.
Cheyenne heult kurz vor der Aufführung noch Rotz und Wasser: Ihre Mutter will nicht kommen. Die hat „Besseres“ zu tun. Schnell wird ihre „Ersatzmami“ Fr. Hirte aus dem Hort angerufen. Die kommt, spricht Cheyenne gut zu und trocknet die Tränen.
Kurz vor der Aufführung, als der Saal schon dunkel ist und die Zuschauer erwartungsvoll an ihrem Platz sitzen, bemerkt Klein-Emilia: „Verdammt, ich muss mal – ich halt´s kaum noch aus!“. Der Prinz nimmt sich ihrer an und redet ihr das dringende Bedürfnis so souverän aus, dass sie schließlich flüstert: „Fr. Samstag – es geht schon wieder – ich hab´s hochgezogen!“.
Lukas hat kurz bevor er auf die Bühne muss, entsetzlich Lampenfieber. „Ich habe so dolles Lampenfieber, das geht gar nicht weg!“, aber die nette Referendarin kann ihn beruhigen und er meistert seinen Auftritt als Wildschwein glänzend.
Und auch das „blutige Organ“ leistet ganze Dienste und spritzt der Tanja das ganze Gesicht voll!
Am Schluss gibt’s tosenden Applaus, alle sind happy und stolz wie Oskar. Und Fr. Seltsam und ich sind auch ganz gerührt, angesichts so vieler „Kinderweihnachtsaugen“.
Und auch bei den Kollegen ist die „geistige Wirrnis“ von gestern wie weggeblasen und der „Tag der offenen Tür“ wird ein voller Erfolg. Sogar die Sonne hat ein Einsehen und verwandelt die gestern noch bleichen Würstchen von Herrn Wald-Orff in seiner Spezialbratpfanne im Handumdrehen in knackige Bruzzzler.
Am Ende des Vormittags sieht man viele zufriedene, wenn auch erschöpfte Gesichter. Schnell noch ein leckerer Milchshake, zubereitet von Herrn Gläubig, hinter die Binde gekippt, den Herrn Kollegen von der Filmkombo zu ihrem cineastischen Meisterwerk gratuliert, den Beitrag von Fr. Fleischlos und Fr. Bob bestaunt und die handwerkliche Leistung von Fr.Ogg und ihren Schülern fotografiert. Dann sitzen alle gemütlich ums Feuer, das auf dem nahegelegenen Sportplatz entfacht wurde und es breitet sich fast so etwas wie Ferienfreizeitlagerfeuerromantik aus. Und auch beim kleinen, molligen Sinan löst sich an diesem Vormittag alles in Wohlgefallen auf: Zu seinem Glück fehlt ihm nur noch etwas Schatten. …..und er schiebt seinen Kopf unter die Brust der Kollegin S. Na dann!
Danke Seltsam und Samstag, es war grandios! Ganz großes Theater! Es fehlten noch die nackten Leute auf der Bühne, sonst konnte sich die Inszenierung durchaus mit denen im hiesigen Schauspielhaus messen. Aber auch das kriegt ihr noch hin - never say never again! Rotkäppchen, Rapunzel und Aschenputtel warten!
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